Mosaikstadt Sinzig

Autor: allgrafics

  • Mosaik im Jugendhaus St. Peter in Sinzig

    Mosaik im Jugendhaus St. Peter in Sinzig

    Artikel von Heinz Prüschberg aus dem Jahr 2000 gibt Aufschluss zum Marienbildnis

    Seit einigen Jahren hängt im Jugendhaus St. Peter in Sinzig das Mosaik im Aufgang zum ersten Stock. Im Rahmen des Projekts Mosaikstadt Sinzig hat Achim Gottschalk recherchiert. Dabei half das Pfarramt und die St. Josef Gesellschaft, die uns den Artikel unten zur Verfügung stellte.

    St. Josef-Gesellschaft rettet Marien-Mosaik

    Aus Anlaß ihres bevorstehenden 700. Stiftungsfestes im Jahre 2000 hat es sich die St. Josef- Gesellschaft e.V. von 1300, Sinzig, zur Aufgabe gemacht, das Marienbild der Altargemeinschaft Renngasse wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen.
    Das Gesamtwerk hat die Grö.ße von 1,50 x 2,20 m und wiegt etwa 300 Kilo. Der Gedanke dazu kam bei einem Mundartabend im „Luhpörzje“.
    Die unten genannten Helfer erklärten sich spontan bereit, sich der Sache anzunehmen und auszuführen.


    Im Jahre 1947 hat Professor Albert das Mosaik im Auftrag der AGROB angefertigt, und 1948 stand das Bild erstmals in der Renngasse/Geißenmarkt zu Fronleichnam als Altarschmuck aus . Gekauft hatten es die Familien Bäckerei Heinrich Classen, Uhren Strohe, Metzgerei Wihl und Adele Paal, Putzmacherin, zum Preis von 1.200 Mark. Es lagerte all die Jahre bei Gustav Strohe und dann noch etliche Zeit bei Christian Deres. Überall aber mußte es Baumaßnahmen weichen, bis es endlich ‚in einer Scheune landete und dort der Verfall begann.
    Unser damaliger Ortsvorsteher Werner Degen veranlasste, daß das Mosaik zum städtischen Bauhof gebracht und dort geschützt verwahrt wurde. Der Unterstützung unseres Bürgermeisters Norbert Hesch ist es zu danken, dass die Männer vom Bauhof das Bild am 12. Oktober 1998 zu Heinz Prüschberg brachten. Wie sich herausstellte, sollte es eine recht „knifflige“ Sache werden. Eine „Reparatur“ aber war schon früher gemacht worden, die auch so gelassen wurde .
    Dank der selbstlosen wie auch kostenlosen Arbeit von Helmut Weller, Karl Schröder und Hans Flerus ging die Arbeit voran. Viele einzelne Mosaiksteinchen fehlten, andere waren lose und drohten auszubrechen. Eine richtige „Piddelsarbeit“ war das. Die fehlenden Steinchen wurden durch Opalglas ersetzt, die losen Steinchen wurden gesichert und danach neu befestigt. Ein anderes Problem war der stark verfaulte Bilderrahmen. Der Zahn der Zeit hatte doch ganze Arbeit geleistet.

    Heute aber sieht man nichts mehr. Aber nicht genug damit, es mußte ja noch die Farbe für den Rahmen neu ausgesucht werden und da hat Herr Flerus spontan seine Mithilfe angeboten. Er hat sich kurzerhand bereit erklärt, die Sache „zu machen“.
    Auch diese Arbeit wurde meisterlich erledigt. Besonders zu erwähnen ist, daß die Oberfläche des Mosaikbildes mit einer Spezialmasse vor weiterem Verfall gesichert wurde. Was uns freut, ist die Zusage unseres Herrn Pastors Gerhard Hensel, das wunderschöne Mosaik im Haus St. Peter auszustellen, so hat die Bevölkerung von Sinzig immer die Gelegenheit, das Bild zu betrachten. Freuen darf sich auch die Altargemeinschaft Renngasse über das gelungene Werk, wird es doch für die Zukunft erhalten.
    Viel Freude aber hat auch die St. Josef-Gesellschaft, kann sie doch zu ihrem großen Jubiläum der Stadt und der Pfarrgemeinde ein schönes Geschenk machen. Allen daran beteiligten sei an dieser Stelle von ganzem Herzen gedankt. Ohne diesen Gemeinschaftsgeist wäre es nicht möglich gewesen.

    Text: Heinz Prüschberg
    Mit bestem Dank an die St. Josef Gesellschaft
    Fotos: Achim Gottschalk, allgrafics.de

  • Bürgerforum Sinzig weiht zweites Projekt „Mosaik verbindet“ ein

    Bürgerforum Sinzig weiht zweites Projekt „Mosaik verbindet“ ein

    Neuer Baustein für die Mosaikstadt Sinzig

    Deutsche Steinzeug und Stadt unterstützen Aufbau einer Internetseite zur Geschichte der Fliesenproduktion in Sinzig

    Sinzig. Die Mosaikstadt Sinzig wächst weiter. Unter dem Motto „Mosaik verbindet“ haben Kinder aus Sinzig und Bewohner der Lebenshilfe drei weitere graue Basaltquader eingangs der Renngasse in zauberhafte Kunstwerke aus bunten Mosaiksteinen verwandelt. 

    Unterstützt wird dieses Projekt des Bürgerforums Sinzig wie bereits im vergangenen Jahr vom europäischen Leader-Programm, das zur Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume aufgelegt wurde. Die Deutsche Steinzeug in Sinzig hat die Aktion erneut mit großzügigen Materialspenden bedacht. 

    Projektbetreuung Kunterbude

    Bei der offiziellen Übergabe erklärte Projektbetreuerin Barbara Henschke noch einmal die Entstehung der bunten Mosaikbilder, die von den Teilnehmenden zunächst in der Kreativwerkstatt „Kunterbude“ in der Mühlenbachstraße gemeinsam entwickelt wurden, bevor sie an Ort und Stelle geklebt und anschließend verfugt wurden. So entstand auf einem der Quader auch ein Schachbrett aus Mosaiksteinen, das fürs Spielen im Freien genutzt werden kann. Das Bürgerforum will im Frühjahr dafür sorgen, dass sich schachbegeisterte Sinziger in der Nähe gegen Pfand ein Schachspiel plus zwei Klappsitze ausleihen können, um diese Spielgelegenheit zu nutzen.
    Äußerst angetan von den Ergebnissen dieses Projekts zeigte sich auch Bernd Mannheim, Werkleiter der Deutschen Steinzeug in Sinzig. Er stellte bereits in Aussicht, dass auch künftige Mosaik-Projekte auf seine Unterstützung zählen können. Und davon soll es möglichst noch einige geben. Bereits im kommenden Jahr ist ein weiteres Projekt geplant.

    Webseite Mosaikstadt-Sinzig.de

    Und nicht nur das: Als weiteres Projekt des Bürgerforums auf dem Weg zur Mosaikstadt entsteht parallel eine Internetseite, auf der sich die gesammelten Informationen rund um die Geschichte der Sinziger Fliesenproduktion und das Projekt „Mosaik verbindet“ wiederfinden werden. 

    Die Stadt und die Deutsche Steinzeug unterstützen finanziell den Aufbau dieser Website, die von Achim Gottschalk (allgrafics) entwickelt wurde. Unter www.mosaikstadt-sinzig.de ist die Seite bereits im Internet zu sehen. Ein QR-Code an den neugestalteten Quadern führt ebenfalls direkt zur Website.
    Deren Inhalte werden gerade Stück für Stück ergänzt. So soll dort die Ausstellung zur Geschichte der Fliesenproduktion vor Ort im HeimatMuseum ebenso vorgestellt werden wie das heutige Werk der Deutschen Steinzeug Solarceramics GmbH und seine lange Tradition.

    Außerdem soll es die Möglichkeit geben, Fotos von historischen Steinzeugfliesen in den eigenen vier Wänden auf die Webseite hochzuladen. Wer weiß. Vielleicht wird irgendwann das „Mosaik des Monats“ gekürt. 

    Historie

    Tatsächlich verbindet das Thema zahlreiche Sinziger Familien. Bereits seit mehr als 150 Jahren prägt die industrielle Produktion von Fliesen die Stadtgeschichte. In zahlreichen Sinziger Häusern sind noch kunstvolle Beispiele aus früherer Fliesenproduktion zu bestaunen. Viele Alteingesessene und Gastarbeiter verdienten über Generationen ihre Brötchen bei der „Plaatefabrik“, die 1870 als „Mosaikplatten- & Thonwaaren-Fabrik AG“ in Sinzig gegründet wurde, 1943 Teil der AGROB-Gruppe wurde und seit den 1990er-Jahren zur Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG gehörte. Seit 2024 gehört es zur Meta-Wolf AG und firmiert unter Deutsche Steinzeug Solarceramics GmbH, kurz DSSC. 

    Doch die gesamte Geschichte vor Ort reicht noch viel weiter zurück – bis in die Zeit des römischen Sentiacum, wie die Siedlung Sinzig damals hieß.

    Blick in die Zukunft

    Irgendwann, so die Hoffnung des Bürgerforums, wird die Geschichte der Fliesenproduktion an allen möglichen Ecken und Enden in der Sinziger Innenstadt zu sehen sein – vielleicht verbunden mit einem eigenen Prospekt oder einem Rundweg durch die Stadt. „Vielleicht kann man auch Wege finden, Privatleute finanziell zu unterstützen, wenn sie sich entschließen, unansehnliche Hausecken oder schmucklose Wände in der Innenstadt durch Mosaike und Fliesen aus heimischer Produktion zu verschönern und damit zur Mosaikstadt beizutragen“, warf Manfred Ruch von der AG Kultur des Bürgerforums einen Blick in die Zukunft. 
    Spätestens dann dürfte sich Sinzig auch ganz offiziell „Mosaikstadt“ nennen.

    Pressemeldung Bürgerforum Sinzig
    Text: MR
    Fotos: Achim Gottschalk/Rhein-Ahr Anzeiger

  • Sinzig auf dem Weg zur Mosaikstadt

    Sinzig auf dem Weg zur Mosaikstadt

    Zweites Projekt des Bürgerforums zusammen mit der „Kunterbude“

    Parallel soll eine Internetseite mit vielen Fakten und Fotos entstehen

    Sinzig. Auf große Resonanz stieß im vergangenen Jahr ein kleines Projekt des Bürgerforums Sinzig mit dem Titel „Mosaik verbindet“. Drei graue, schmucklose Basaltklötze vor dem Brillen- und Schmuckgeschäft Andres in der Koblenzer Straße verwandelten sich im Herbst 2024 in ein wunderbares Detail farbenfroher Stadtgestaltung. In Zusammenarbeit mit der Kreativwerkstatt „Kunterbude“ verzierten rund 15 Mädchen und Jungen die grauen Flächen mit bunten Mosaiksteinen – sehr zur Freude der Sinziger Bevölkerung. Und weil es so schön ist, wird das Projekt in diesem Jahr fortgesetzt. 

    Genau gegenüber, eingangs der Renngasse, werden jetzt die nächsten drei Basaltquader zu bunten Hinguckern. Ermöglicht wird das Projekt erneut vom europäischen Leader-Programm zur Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume. Auch die Deutsche Steinzeug Solarceramics GmbH unterstützt wieder das Projekt. So wird fast das komplette Material auch in der zweiten Runde von dem Sinziger Werk bereitgestellt. Unter Leitung von Kunterbude-Betreiberin Barbara Henschke werden in den Räumen der Kreativwerkstatt in der Mühlenbachstraße zunächst die Motive entwickelt und zurecht gelegt, bevor die eigentliche Arbeit an den Basaltquader beginnt.

    Apropos Steinzeug: Eigentlich könnte sich Sinzig mit Fug und Recht „Mosaikstadt“ nennen. Die Geschichte der Fliesenproduktion in der Stadt ist lang – und bestens erklärt in einer spannenden Ausstellung, die im Heimatmuseum Sinziger Schloss zu sehen ist. Viele Sinziger Familien haben ihre eigene Vergangenheit mit der „Plattenfabrik“, wie das frühere Agrob-Werk im Volksmund genannt wurde. In zahlreichen Sinziger Häusern sind zudem noch kunstvolle Beispiele aus früherer Fliesenproduktion zu bestaunen. 

    Auf die Ausstellung im Schloss sowie die Mosaik-Projekte des Bürgerforums soll eine neue Internetseite hinweisen, die parallel zu dem zweiten Projekt „Mosaik verbindet“ entstehen wird. Auch die Stadt will den Aufbau dieser Website unterstützen. Dort soll es zum Beispiel die Möglichkeit geben, Fotos von historischen Steinzeugfliesen aus Sinziger Produktion in den eigenen vier Wänden hochzuladen. Die Ausstellung im Heimatmuseum wird dort ebenso vorgestellt wie das heutige Werk der Deutschen Steinzeug Solarceramics GmbH und seine lange Tradition. 

    Doch die gesamte Geschichte dieses Wirtschaftszweigs reicht vor Ort noch viel weiter zurück – bis in die Zeit des römischen Sentiacum, wie die Siedlung Sinzig damals hieß.“
    Die römische Terra-Sigillata-Manufaktur von Sinzig war die einzige in der römischen Provinz Niedergermanien, deren Ware weitreichende Verbreitung fand“, heißt es dazu auf der Internetseite des Heimatmuseums. Wenn das mal kein Grund ist, sich „Mosaikstadt“ zu nennen.

    MR
    Fotos Achim Gottschalk

  • Mosaikwürfel machen Sinzig bunt – der Film

    Mosaikwürfel machen Sinzig bunt – der Film

    Projekt des Bürgerforums zusammen mit der „Kunterbude“ stößt auf sehr viel positive Resonanz

    Sinzig. Es waren einmal drei graue Betonklötze, die ein recht trostloses Dasein in der Sinziger Innenstadt fristeten. Das ist jetzt vorbei. Die drei schmucklosen Quader vor dem Brillen- und Schmuckgeschäft Andres in der Koblenzer Straße haben sich in ein wunderbares Beispiel farbenfroher Stadtgestaltung verwandelt. In einem Projekt des Bürgerforums Sinzig zusammen mit der Kreativwerkstatt „Kunterbude“ haben rund 15 Mädchen und Jungen die Betonflächen mit bunten Mosaiksteinen gestaltet. Sie sind nun zu einem echten Hingucker geworden – und machen Lust auf mehr. 

    Gefördert wurde das Projekt vom europäischen Leader-Programm, das zur Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume aufgelegt wurde. Der Name des Projekts lautet „Mosaik verbindet“. Da ist es kein Wunder, dass als weiterer Partner die Deutsche Steinzeug AG das Projekt unterstützt hat. Fast das komplette Material für die bunten Motive wurde von dem Sinziger Werk bereitgestellt. So kam denn auch Werksleiter Bernd Mannheim persönlich zur offiziellen Einweihung der neuen Mosaikwürfel. Sein Fazit: „Eine wirklich gelungene Aktion.

    Das sahen auch die zahlreichen Sinzigerinnen und Sinziger so, die teils überrascht, aber allesamt freudig die Arbeiten der Kinder verfolgten. Da wurde unter Leitung von Kunterbude-Betreiberin Barbara Henschke tagelang gewuselt, geklebt und gewerkelt, was das Zeug hielt. Zuvor hatte die Gruppe in den Räumen der Kunterbude in der Mühlenbachstraße die Motive entwickelt und bereit gelegt, darunter ein zauberhaftes Sonnenmotiv.

    Das Beste ist: Dies könnte erst der Anfang gewesen sein. Es gibt noch einige dieser Betonquader in der Innenstadt, die auf Farbe warten. Und wer weiß, welche Ecken einem noch einfallen, die so ein buntes Mosaik vertragen würden. Sinn machen würde es in jedem Fall, denn Sinzig kann sich eigentlich jetzt schon „Mosaikstadt“ nennen. Die Geschichte der Fliesenproduktion in der Stadt ist lang – und bestens erklärt in einer spannenden Ausstellung, die im Sinziger Heimatmuseum im Schloss zu sehen ist. 

    Dieser Umstand war auch Anlass für die Ursprungsidee des Projekts „Mosaik verbindet“. Dass man das wörtlich nehmen kann, das zeigte sich auch während der Klebeaktion, als mancher Passant mit Freuden selbst eines der bunten Steinchen auf den Quadern platzierte. Und von einem nahen Dachbalkon aus schwärmten die Bewohner von dem Sonnenmotiv: „Jetzt scheint für uns immer die Sonne!“ Wenn das mal kein Grund ist für eine Fortsetzung des Projekts. 

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    MR
    Fotos und Film Achim Gottschalk, allgrafics.de

  • 150 Jahre Keramik-Fliesen aus Sinzig

    150 Jahre Keramik-Fliesen aus Sinzig

    Über Jahrzehnte gewachsene keramische Kompetenz

    150 Jahre Keramik-Fliesen aus Sinzig

    Laut Orts-Chronik fand im April 1870 die Grundsteinlegung für die „Mosaik-Fußboden-Platten- und Thonwaarenfabrik“ der „F. Frings & Cie“ statt, die dann im Sommer des gleichen Jahres die Produktion aufnahm. Dies war die Geburtsstunde des Fliesenwerkes Sinzig, das demnach nun 150-jähriges Bestehen feiert und seit den 1990er Jahren als eine von vier Fertigungs- Stätten vitaler Bestandteil der Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG ist.

    Das Werk im Wandel der Zeit

    Die verkehrsgünstige Lage, das große Potenzial an Arbeitskräften und die Nähe zu Tonvorkommen mögen den Unternehmer Ferdinand Frings im Jahr 1870 bewogen haben, 27 Grundstücke mit einer Fläche von rund 30.000 m2 zum Bau einer keramischen Produktionsstätte zu erwerben. Seitdem werden dort entsprechende Erzeugnisse hergestellt wie z.B. farbenprächtig schablonierte Bodenfliesen und schon 1890 lag die Zahl der Mitarbeiter/innen bei rund 400 Personen.
    Ab der Wende zum 20. Jahrhundert wurden dann auch Mosaike angeboten.
    Zu Beginn des 1. Weltkriegs waren rund 300 Menschen beschäftigt, die Bodenfliesen und Mosaike herstellten. Nach dem 1. Weltkrieg ging die Nachfrage zurück und andere Arten wie rote Achteckfliesen kamen auf, dazu verstärkt auch geflammte Ware. Der 2. Weltkrieg bedeutete wie für viele andere Einrichtungen eine Zäsur: Die Fabrik wurde zu großen Teilen in Schutt und Asche gelegt.

    Ende 1945 wurde die Produktion unter provisorischen Umständen erneut aufgenommen: Erst einmal mit dem Brennen von Dachziegeln, ab Mitte 1946 startete dann auch wieder die Fertigung von Bodenfliesen beginnend mit rund 10.000 m2 monatlich. Konform zum Aufschwung der deutschen Industrie folgte dann eine stürmische Aufwärtsentwicklung, die geprägt war vom starken Bedarf an Bodenfliesen und rasanten technischen Fortschritten bis hin zum Höhenflug von Feinsteinzeug, der Ende der 1980er Jahre begann und bis heute anhält – nicht zuletzt durch immer raffiniertere Verfahren wie dem keramischen Digitaldruck. Um einerseits die Popularität von Feinsteinzeug zu nutzen, sich aber andererseits vom Wettbewerb abzugrenzen, setzt das Werk auf Spezialisierung, z.B. in Form besonders robuster, überstarker Bodenfliesen, die sich in Supermärkten, Werkstätten oder anderen hochbeanspruchten Bereichen bewähren. Dieses Segment wurde in der Vergangenheit permanent intensiviert z.B. durch Formate mit Kantenlängen bis zu 90 cm und modernen Designs. Ergänzt wird das Portfolio durch dekorative Feinsteinzeug-Serien für öffentliche und private Bereiche.

    Ein bedeutendes Differenzierungsmerkmal ist die innovative Technologie „Hytect““, die den Fliesen besondere Charakteristika verleiht. Mechanisierung und Digitalisierung steigerten einerseits die Produktionskapazität auf derzeit rund 4 Millionen m2 / Jahr, andererseits sank dadurch die Zahl der Beschäftigten auf rund 220 Personen (Stand 30.6.2020). Die Basis des Ganzen: Die Menschen Ungeachtet dessen ist das Werk nach wie vor ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, in der man tief verwurzelt ist: Viele Mitarbeiter/innen sind seit mehr als 10 Jahren tätig, in etlichen Fällen bereits in zweiter oder dritter Generation. Umso bedauerlicher ist, dass das Jubiläum von den derzeitigen Corona-Umständen beeinträchtigt wird und Präsenz-Veranstaltungen nicht möglich sind. Daher werden andere „kontaktlose“ Alternativen praktiziert, um trotz körperlicher Distanz verbunden zu bleiben.
    Ein exemplarisches Beispiel dafür ist ein rund dreiminütiger Videoclip, der zu diesem historischen Anlass im August 2020 gedreht wurde und komfortabel abrufbar ist über https://www.youtube.com/watch?v=NI5oNcRYFzk. Trotz der herausfordernden Marktsituation fühlt man sich gut gewappnet für die Zukunft durch die motivierten Mitarbeiter/innen, die erwähnte Spezialisierung auf besondere Produkte und Lösungen sowie bereits erfolgte und geplante Investitionen: Das Werk ist dadurch nur kalendarisch altehrwürdig, aber bezogen auf den Stand der Technik modern und aktuell. 

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    Presemeldung Deutsche Steinzeug AG
    (Bildquelle: Deutsche Steinzeug AG)
    Das über Jahrzehnte historisch gewachsene Fliesenwerk Sinzig (Aufnahme aus dem Jahr 2000) liegt verkehrsgünstig an der B9.